My flying stories
UL-Besuch in Leipzig/Halle (EDDP)
Am 02.04.2025 flogen wir mit der C42 (D-MDLH) von Taucha (EDCT) nach Leipzig/Halle (EDDP). Mit an Bord war ein weiterer UL-Pilot, der zwar das entsprechende Sprechfunkzeugnis besitzt, sich aber noch nicht wirklich sicher im Funk fühlt. Ziel des Fluges war es, ihm das Funkverfahren in der Praxis zu zeigen und ihm einige seiner Ängste zu nehmen - und natürlich zum Spaß auf einem großen Verkehrsflughafen zu landen.
Das Wetter war perfekt und das METAR in Leipzig meldete CAVOK. Nach dem Start in Taucha flogen wir mit ca. 120-140 km/h in Richtung S1 von Leipzig, wo wir zunächst über die Sierra-Route einflogen und dann noch einen Tiefanflug vor der Landung flogen.
Die Landung war nicht meine beste - ich wusste, dass man die Höhe auf einer 60 Meter breiten Landebahn leicht falsch einschätzen kann, aber ich habe trotzdem zu früh abgefangen. Wir sind leicht abgesackt, aber alles war problemlos. Meckern auf hohem Niveau.
Das Follow-Me wartete schon am Boden, um uns zur Parkposition auf dem Vorfeld zu bringen. Mit einer C42 eingewiesen zu werden, während im Hintergrund eine 737 von Compass Air Cargo geparkt ist, bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Der Verkehr war zu dem Zeitpunkt recht überschaubar: eine 777 startete, eine landete und eine 737 flog ab.
Nach einer kurzen Pause auf dem Vorfeld und ein paar Fotos ging es dann direkt zurück nach Taucha. Für meinen Begleiter war der Flug definitiv hilfreich, um mehr Sicherheit im Funk zu gewinnen – und vielleicht ein kleiner Motivationsschub, sich beim nächsten Mal selbst ans Mikro zu trauen.
03.04.2025
Meine erste Landung auf einem kontrollierten Flughafen – Leipzig/Halle (EDDP)
Am 22. September 2024 war es so weit: Meine erste Landung auf einem kontrollierten Flughafen stand an – und zwar nicht irgendwo, sondern direkt auf dem großen Leipzig/Halle Airport (EDDP).
Gestartet bin ich am Nachmittag in Göpfersdorf – gemeinsam mit einem Fliegerkameraden im Motorsegler SF25 (C-Falke). Das Wetter passte, die Sicht war gut, und die Aufregung kam langsam mit jedem Kilometer näher an die CTR.
Wer so was plant, sollte sich vorher gut vorbereiten:
Alle persönlichen und flugzeugrelevanten Unterlagen müssen an Bord sein – Lizenz, Medical, Versicherung, Flugbuch, Musterberechtigung, Lufttüchtigkeitszeugnis ... einfach alles.
Gerade bei ULs und TMGs ist zusätzlich eine PPR-Genehmigung (Prior Permission Required) notwendig – die muss man vorher einholen. Und nicht vergessen: Warnweste mitnehmen – ohne geht’s auf dem Vorfeld nicht.
Der Anflug selbst war routiniert – Funk, Meldepunkte, Freigaben – alles wie gelernt.
Aber dann, im kurzen Endanflug auf diese riesige, knapp 4 km lange Runway, kam dieser Moment:
„Mach ich das jetzt wirklich?“
Ein kurzer Mix aus Ehrfurcht, Faszination und purer Vorfreude. Und dann – touchdown.
Ich habe es wirklich gemacht.
Nach der Landung mussten wir kurz warten – auf dem Taxiway rollte gerade eine Turkish Airlines A320 vorbei, dahinter eine Condor A321. Plötzlich ist man mittendrin, im echten Verkehrsfluss eines internationalen Airports – und mittendrin dieser kleine Motorsegler.
Was dann kam, war fast noch surrealer: Ein Follow-Me-Fahrzeug holte uns ab und lotste uns zur Parkposition. Dort wurden wir mit Einweisung per Kellen eingewiesen – wie ein echter VIP. Der Blick zurück über die Schulter, rüber zur riesigen Runway, war einfach nur: Wow.
Für alle, die sowas selbst mal planen: Traut euch.
Mit Vorbereitung, Funkdisziplin und einem klaren Kopf ist das absolut machbar – und es wird garantiert ein Erlebnis, das ihr nicht mehr vergesst.
23.09.2024
Mit zwei ULs an die Nordsee – Langeoog & Juist
Am 31. August 2024 ging’s los – ein Wochenendausflug, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen kann.
Gemeinsam mit einer Fliegerfreundin bin ich in einem Skyranger vom Flugplatz Gera gestartet. Ziel: Ganderkesee – ein Platz, den ich vorher noch nicht kannte, der aber sofort einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Restaurant, Hotel, große Hangars, gepflegt bis ins Detail – ein Ort, an dem man sich als Pilot einfach willkommen fühlt.
Dort haben wir uns mit den anderen getroffen, die aus Leipzig-Altenburg mit einer Savannah geflogen kamen – unter anderem ein Kollege aus Altenburg, der ebenfalls AFIS macht. Nach einer kurzen Pause und einem Mittagessen ging es dann weiter Richtung Langeoog.
Der Flug über das flache Land, das Wattenmeer – einfach wunderschön. Das Wetter hat perfekt mitgespielt, die Sicht war top, und die Nordsee empfing uns mit dieser typischen Weite und Ruhe.
Den Nachmittag auf Langeoog haben wir ganz entspannt ausklingen lassen – barfuß im Sand, die Füße im Wasser, Meeresluft in der Nase. Genau das ist es, was Fliegerei für mich ausmacht: Freiheit. Orte erreichen, die ohne Flugzeug fast unerreichbar wären. Und sie wirklich erleben.
Am Abend ging’s zurück nach Ganderkesee – dort haben wir den Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen lassen und im Hotel am Platz übernachtet.
Am nächsten Morgen, 01. September, sind wir früh nach Juist gestartet – auch dort: viel Verkehr, aber entspannte Atmosphäre. Die Flugleiter sind locker drauf, und trotz des regen Betriebs fühlt sich alles sehr koordiniert und freundlich an. Wir haben uns die Insel angeschaut, durch die kleine Ortschaft geschlendert und nochmal gut gegessen, bevor es über einen Tank- und Bezahlt-Stopp in Ganderkesee wieder zurück nach Gera ging.
Ein rundum gelungener Ausflug – mit tollen Leuten, schönen Flügen, perfektem Wetter und Momenten, an die man einfach gern zurückdenkt.
Fliegerei, wie sie sein soll.
02.09.2024
Vom Segler zum Motorsegler – meine Umschulung auf den C-Falken
Ende Juni 2024 ging’s für mich in eine neue Richtung: Motorseglerausbildung – oder offiziell: Umschulung auf TMG (Touring Motor Glider).
Nach Jahren im Segelflugzeug war es Zeit, den nächsten Schritt zu gehen – und das hieß: Starten, wann ich will. Landen, wo ich will. Und wenn der Anflug nicht passt: durchstarten. Ein Gefühl, das man als Segelflieger einfach nicht kennt – und das vom ersten Moment an begeistert.
Geflogen bin ich die Ausbildung auf einem C-Falken (SF25) – einem klassischen Motorsegler mit Charakter. Der Heimatplatz dafür: Göpfersdorf, südöstlich von Leipzig-Altenburg – ruhig, familiär, perfekt zum Lernen.
Die ersten Flüge bestanden vor allem aus Eingewöhnung und Airwork – Platzrunden, Trudeln, Langsamflug, Motormanagement. Dann ging’s an die Streckenflüge: Einmal mit Lehrer, einmal solo.
Meine Route? Von Göpfersdorf über Jena, weiter nach Arnstadt und dann zurück – mit Durchflug durch die Kontrollzone Erfurt. Genau diese Strecke war später auch Teil meiner Prüfungsroute.
Die Prüfung lief insgesamt gut – ich war vorbereitet, die Strecke kannte ich, und auch der Funk war kein Problem. Natürlich war ich ein bisschen aufgeregt – völlig normal, wenn man weiß, dass jeder Handgriff sitzt und jede Entscheidung passt.
Kurz vor dem Einflug in die Kontrollzone Erfurt, als wir uns gerade auf Englisch beim Tower angemeldet hatten, fiel plötzlich der Transponder aus. Ab dem Moment waren wir für den Lotsen nicht mehr sichtbar auf dem Radar, was bedeutet: mehr Positionsmeldungen, mehr Funk, mehr Konzentration.
Ich musste ihm auf Englisch erklären, was los war, meine Position regelmäßig durchgeben und gleichzeitig das Wetter im Blick behalten – denn zusätzlich lagen ein paar Schauer auf der Strecke, denen wir ausweichen mussten.
Das alles in der Prüfungssituation – mit dem Wissen im Hinterkopf, dass jeder Funkspruch und jede Entscheidung bewertet wird.
Aber genau das ist auch der Moment gewesen, in dem ich gemerkt habe:
Ich kann das.
Nicht, weil alles perfekt war – sondern weil ich ruhig geblieben bin, die Situation eingeordnet, sauber kommuniziert und die Sache ordentlich zu Ende geflogen habe.
Solche Momente zeigen, dass Fliegerei nicht nur Technik ist, sondern auch ein Stück mentale Stärke. Und sie machen den Tag, an dem man am Ende mit einem Lächeln aussteigt, umso besonderer.
20.08.2024